Maja Lunde – Die Sonnenwächerin

Maja Lunde – Die Sonnenwächerin

Maja Lunde, die mit ihrer Umwelt-Trilogie für lange Zeit auf den Bestsellerlisten zuhause war, konnte mich mit ihren „Die Geschichte der…“ Büchern nicht überzeugen. War „Die Geschichte der Bienen“ noch recht spannend, waren die beiden Bücher danach zu konstruiert und zu schnell hinterher geschrieben. Ganz anders ihre Kinderbücher. Diese finde ich ausgezeichnet.

Angelegt als Jahreszeiten-Reihe (soweit ich weiß, sind vier Titel geplant), ist nun der zweite Titel erschienen: „Die Sonnenwächterin – Eine Frühlingsgeschichte“.
Fand ich „Die Schneegeschwister – Eine Wintergeschichte“ schon traurig schön, hat mich dieser Roman noch mehr an ein Hans-Christian Andersen-Märchen erinnert. Traurig, warm und irgendwie magisch.

Die Geschichte erzählt von einer düsteren Welt ohne Sonne. Seitdem die Sonne vor einigen Jahren verschwunden ist, gibt es auch keine Jahreszeiten mehr und die wenigen Menschen leben im dauernden trüben Regenwetter. Hier lebt Lilja mit ihrem Opa in einem kleinen Dorf am Rande eines großen Waldes. Liljas Opa versorgt die Gemeinde mit Obst und Gemüse und sichert so ihr karges Überleben.

Eines Tages aber entdeckt Lilja auf einem verbotenen Waldpfad das Geheimnis hinter der täglichen Ernte ihres Opas und lernt in einem geheimen Garten einen Jungen in ihrem Alter kennen. Dieser lebt in einer völlig anderen Welt als sie: Hier blüht und wächst alles, er sieht gesund und glücklich aus. Doch seine Aufgabe als Gärtner wird streng von der bösen Sonnenwächterin bewacht. Wenn sie erfährt, dass Lilja hier war, kann es das Ende für ihr Dorf bedeuten.

Lilja muss sich als mutig beweisen. Sie setzt sich für ihr Dorf, ihre neue Freundschaft und am Ende für die ganze Welt ein und riskiert dabei alles.

Diese Buch ist ein besonderes Kunstwerk, weil es die außergewöhnlichen Illustrationen von Lisa Aisato enthält. Ganzseitig und mit viel Liebe zum Detail. Realistisch und zugleich immer etwas überzeichnet, schafft sie eine ganz besondere Atmosphäre in ihren Bildern. Die Kontraste zwischen der Welt ohne und mit Sonne werden so besonders deutlich. Man möchte selbst in eine Kirsche beißen, die der Junge im geheimen Wald frisch vom leuchtenden Baum pflückt.

Ein Gesamtkunstwerk und ein wundervolles, vielschichtiges Märchen zum Immer-wieder-Lesen.

Maja Lunde – Die Sonnenwächterin. Eine Frühlingsgeschichte
Übersetzung: Ina Kronenberger
Verlag: btb
Gebunden, 208 Seiten