Longlistlesen: Mein Lieblingstier heißt Winter

Longlistlesen: Mein Lieblingstier heißt Winter

Ein eigentümliches Leseerlebnis, dieses Buch. Ich habe es mir neben meinem eigentlichen Patenbuch von der Longlist ausgesucht, weil der Klappentext vielversprechend klang.
Der erste Roman von Ingeborg-Bachmann-Preisträger Ferdinand Schmalz erzählt von einem Tiefkühlkostvertreter, der eine verschwundene Leiche sucht und dabei auf merkwürdige Figuren.

Mehr als 50 Seiten habe ich nicht geschafft. Es wäre also unfair, hier mehr über die Grundidee des Plots zu sagen, denn allzu sehr kam dieser im ersten Viertel nicht in Fahrt.
Von einem bitterbösen Sprachwitz ist im Klappentext die Rede. Und auch von sprachlicher Brillanz. Doch hat mich der artifizielle Duktus des Sprachstils nicht packen können. Im Gegenteil: Hat er mich in seiner merkwürdigen Altertümlichkeit eher an Büttenreden und andere volkstümelnde Texte erinnert. Ist das ein Text, den ich im Jahr 2021 lesen möchte oder gar als Buchpreisträger sehen möchte? Leider finde ich ihn weder packend noch in seiner sprachlichen Besonderheit interessant oder sympathisch. Ich war einfach nicht bereit, mich tiefer auf dieses Buch einzulassen. Also greife ich lieber zum nächsten Titel und erhoffe mir da, dass es besser passt.

Eure Mareike


Ferdinand Schmalz – Mein Lieblingstier heißt Winter
Verlag: S.Fischer Verlage
Gebunden, 192 Seiten