LITTLE PEOPLE, BIG DREAMS

LITTLE PEOPLE, BIG DREAMS

Die Bilderbuchreihe “Little people, big dreams” hat eigentlich schon jetzt Kultstatus erreicht. Sie ist ein fester Bestandteil vieler stylischer Kinderzimmer auf Instagram und Pinterest. Doch sind die Bücher nicht nur besonders hochwertig mit ihrem schönen schwarzen Halbleinenrücken und sehen hübsch im Regal aus. Nein, sie sind auch allesamt wunderbar inspirierend und berührend erzählt.

Das Goldkind liebt die Reihe heiß und innig. Sie mag mit ihren acht Jahren aus dem Bilderbuchalter herausgewachsen sein, doch bieten die Bücher weit über das Alter 3 bis 6 etliche interessante Fakten, dass sie immer noch faszinieren. Sie eignen sich sogar besonders gut zum ersten Selbstlesen.

Neu bei uns eingezogen sind “Vivienne Westwood”, “Rudolf Nurejew” und “Maya Angelou”

Vivienne Westwood ist eine zeitgenössische britische Modedesignerin, die sich durch ihre Verbindung zum Punk und ihren Einsatz für Umweltthemen und Nachhaltigkeit auszeichnet. Maya Angelou ist eine der zentralen amerikanischen Schriftsteller*innen, die schon in den 40er und 50er Jahren eine wichtige Stimme in der Bürgerrechtsbewegung war. Sie verarbeitet in ihren Büchern den Alltagsrassismus, aber auch ihren eigenen Missbrauch als kleines Mädchen und war eine Vertraute von Martin Luther King.
Und mit Rudolf Nurejew zieht bei uns der erste Titel über einen Mann bei uns ein. Es handelt sich um den ersten männlichen Ballettstar und gilt als einer der besten Balletttänzer des 20. Jahrhunderts. Er beeinflusste maßgeblich die Rolle des männlichen Parts im Ballett und leitete eine Modernisierung des klassischen Balletts ein.


Was alle drei Titel miteinander verbindet ist die Leistung der drei, sich über herrschende Vorstellungen und Konventionen hinweg zu setzen und dabei ein glückliches und inspiriertes Leben zu leben. Tatsächlich gelingt es den jeweiligen Autor*innen sehr gut, dies für Kinder klar herunterzubrechen und nicht zu viele Nebenschauplätze aufzumachen.
Besonders gut hat mir gefallen, wie in einfachen und kindgerechten Worten die jeweiligen Biografien auf zentrale Kern- und Wendemomente runtergebrochen wurden. Auf wenigen Seiten fassen sie die Kindheit mit dem Aufkeimen der Leidenschaft für ihr Thema bis hin zum späteren Durchbruch zusammen. Eine beachtliche Leistung, wie ich finde.
Bei Rudolf Nurejew wird seine Entscheidung, nicht in die UDSSR zurückzukehren, mit einem sehr schönen Bild in Paris, tanzend mit einem anderen Mann, illustriert. Bei Vivienne Westwood werden auf sehr schöne Weise Elemente aus ihrer Schuluniform und ihrer Jugend in spätere Modeentwürfe eingebunden. Man sieht wunderbar, wie sie all ihre Erlebnisse inspiriert und geformt haben. Ihre Geschichte und ihre Persönlichkeit ist in all ihren Kreationen zu finden und das begreifen auch schon jüngere, weil es so schlicht und prägnant dargestellt wird.


Besonders wertvoll finde ich die jeweils letzte Doppelseite, die das Leben der jeweiligen Person nochmal für etwas Ältere ausformuliert, stärker in einen historischen Kontext einordnet und anhand von historischen Bildern zeigt, wie die Person damals tatsächlich aussah und was der Illustrator*in als Inspirationsquelle diente. Auch einen Zeitstrahl gibt es, den ich als Erwachsene hilfreich und informativ finde.

Die Reihe begeistert mich immer wieder aufs Neue und ich bin froh, dass mein kluges Goldkind diese Reihe immer wieder nutzt, um von ihr ausgehend mehr über die Persönlichkeiten mit großen Träumen herauszufinden.

Eure Mareike