Kristine Bilkau – Eine Liebe, in Gedanken

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Anfang April waren Mareike und ich bei der Geburtstagsfeier des Moka-Magazins. Mit dabei war auch Kristine Bilkau, die aus ihrem zweiten Roman “Eine Liebe, in Gedanken” las und im Gespräch mit Karla Paul von der Entstehung des Romans berichtete.

Nach dem Tod der Mutter löst die Ich-Erzählerin deren Wohnung auf und stößt auf die Zeugnisse einer Liebe. Antonia, so der Name der Mutter, war als junges Mädchen in Edgar verliebt. Bereits zu Beginn erfahren wir, dass diese erste Liebe kein Happy-End hatte. Dennoch lässt Antonia die Erinnerung an Edgar nicht los. Und so weiß ihre Tochter zwar von dem Mann, der das Leben ihrer Mutter so sehr geprägt hat, dass alle anderen Beziehungen sich daran messen mussten, doch die ganze Geschichte kennt sie nicht.

Nun findet sie also im Nachlass der Mutter die spärlichen Reste dieser großen Liebe und beginnt, nach und nach, die Lücken zu füllen. Sie lässt für sich und für uns diese Liebesgeschichte aus den 1960er Jahren wieder auferstehen. Sie denkt sich ihre Mutter an der Seite dieses Mannes, den sie nur aus ein paar Kommentaren ihrer Mutter kennt, und lässt sie wachsen.

Antonia ist eine junge und freiheitsliebende Frau, die eines Tages vor ihrer Haustür von einem Unbekannten angesprochen und auf einen Eiskaffee eingeladen wird. Eine aufregende Begegnung für die junge Frau, aus der sich bald eine Liebesgeschichte entwickelt. Immer mehr Raum gibt sie diesem ruhigen Mann in ihrem Leben, sie ist bereit, Teile ihrer Freiheit für ihn aufzugeben und ihm zu überlassen. Lässt ihn in ihr Leben, nimmt ihn mit zu ihrer Familie und wundert sich nur manchmal, dass er noch bei seinen Eltern wohnt und sie nie dorthin mitnimmt.

Nach und nach lässt Autorin Kristine Bilkau nicht nur die Liebesgeschichte auferstehen, sondern spinnt auch eine feinsinnige Mutter-Tochter-Beziehung. Obwohl die Tochter die Liebesgeschichte erzählt, scheint sie doch immer wieder selbst erstaunt auf das ihr unbekannte Leben ihrer Mutter zu blicken. Sie lernt eine ihr unbekannte Seite ihrer Mutter kennen und ist ihr über deren Leben hinaus nah. Dabei hilft auch, dass die Autorin immer wieder Episoden aus der Gegenwart einbindet.

Sanft und doch direkt schildert Kristine Bilkau in ihrem Roman die Erinnerungen an längst vergangene und teils vergessene Gefühle und Gedanken. Mir gefällt dieser Stil, der sich so leicht liest und mich doch tief genug in die Geschichte eintauchen lässt. Ich habe dieses Buch an einem wunderschönen Sonntag in der Sonne gelesen – häppchenweise, damit ich nicht zu schnell fertig bin.

Fazit

Eine wunderschöne Liebesgeschichte, die noch lange nachwirkt. Auch wenn man bereits auf den ersten Seiten erfährt, dass es kein klassisches glückliches Ende gibt, begibt man sich gerne und neugierig auf diese Reise in die Vergangenheit.

Eure Maike


Kristine Bilkau – Eine Liebe, in Gedanken
Verlag: Luchterhand
256 Seiten, gebunden, 20 €

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