James Baldwin – Beale Street Blues | inkl. Gewinnspiel

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Das Gewinnspiel ist beendet. Die GewinnerInnen wurden ausgelost und benachrichtigt. Vielen Dank für die Teilnahme!

Da soll noch mal jemand sagen, dass das Buch IMMER besser als der Film ist: Ohne den Kinotrailer zu “Beale Street Blues” hätte ich James Baldwin NIEMALS eine zweite Chance gegeben.
Ich habe vor einigen Jahren “Giovannis Zimmer” in einer etwas staubig wirkenden Übersetzung gelesen. Heute weiß ich, dass es wohl zum einen an der Übersetzung von Axel Kaun und Hans-Heinrich Wellmann aus den 60ern lag, zum anderen wohl auch, weil einfach fast zwanzig Jahre zwischen “Giovannis Zimmer” und “Beale Street Blues” lagen.

Die Neuübersetzung des 1973 erschienenen “If Beale Street could talk” von Miriam Mandelkow macht einfach richtig viel Spaß und hat mich bereits auf den ersten Seiten restlos begeistert. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich nach meiner gequälten Annäherung an Baldwins Werk vor einigen Jahren zunächst den Neuübersetzungen keine Chance geben wollte. Der Stoff wirkte sperrig und zusammenhangslos – was sollte da eine Übersetzung richten?
Als ich dann neulich den Trailer zur Verfilmung von “Beale Street Blues” sah, hat mich der Plot aber sofort interessiert:

Die Geschichte ist schnell erzählt: Tish liebt Fonny, Fonny liebt Tish und die beiden wollen heiraten. Sie erwartet ein Kind von ihm und will es ihm heute mitteilen. Dafür muss sie aber ins Gefängnis fahren, denn Fonny sitzt dort in Untersuchungshaft. Eines Verbrechens beschuldigt, das er nie begangen hat. Das Schicksal eines farbigen Pärchens im New York der 60er Jahre, das als Analogie für eine ganze Gesellschaftsschicht, eine Generation junger Farbiger steht, die zu träumen wagten. Zwischen Zuversicht und Ausweglosigkeit aus einem zutiefst rassistischen System begibt man sich mit Tish jeden Tag wieder auf den Weg zum Gefängnis. Sieht ihren Bauch wachsen, verfolgt ihren Kampf gegen ein System, das einen Farbigen unter Generalverdacht stellt und eine Frau ständig in Sorge leben lässt, bedrängt zu werden. Und zugleich erfährt man etwas über ihre und Fonnys gemeinsame Kindheit und Jugend in der Bearle Street. Wie sie sich bereits im Grundschulalter anfreundeten, sich das gaben, was sie von ihrer eigenen Familie nicht bekamen.

Man lernt die feinen Nuancierungen zu deuten, die Wertigkeit, die mit einem etwas helleren Hauttyp, mit glattem statt krausem Haar einhergeht. Tish nimmt einen mit in eine Welt voller Menschen, die hart um ihren Platz und ihren eigenen Wert in einem System kämpfen, das sie alle am liebsten unsichtbar hätte.

In einer poetischen, fast musikalischen Sprache voller kraftvoller Bilder, die pointiert und meisterhaft gesetzt werden, erzählt Baldwin von einem Schicksal, das sich wie ein trauriger Blues liest. Ein melancholischer Blick auf die düstere Welt, der zugleich in seiner Schönheit tröstend und voller Liebe ist – so ist “Beale Street Blues”.
Schaut man sich die aktuelle Renaissance rassistischer Gedankengüter an, die Debatte um #MeToo und #BlackLifesMatter, dann ist genau JETZT der richtige Zeitpunkt für eine James Baldwin-Wiederentdeckung. Genau jetzt sollte man die wirklich hervorragenden Neuübersetzungen von Miriam Mandelkow lesen, um die Zeitlosigkeit und zugleich die Aktualität von Baldwins Romanen für sich selbst zu entdecken.

Gewinne

Falls ihr nun ebenfalls Lust habt, in diesen besonderen Roman und direkt danach in die stimmungsvolle Verfilmung von Barry Jenkins einzutauchen, dann habt ihr die Möglichkeit 1 von 2 Paketen bestehend aus je einer Freikarte für “Beale Street” und der Taschenbuchausgabe von “Beale Street Blues” zu gewinnen.
Schreibt einfach in einem Kommentar, wann euch das letzte Mal ein Film auf ein Buch aufmerksam gemacht hat.

Eure Mareike

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

Das Gewinnspiel wird von Nordseiten in Zusammenarbeit mit dtv veranstaltet.
Zu gewinnen gibt es 2 “Beale Street”- Bundles bestehend aus je 1 Buch des gleichnamigen Romans von James Baldwin sowie je 1 Freikarte für die Verfilmung. 
Die Teilnahme ist möglich vom 24.02.2019 20:00 Uhr bis 01.03.2019 15:00 Uhr.
Die Auslosung findet per Los statt.
Zur Teilnahme berechtigt sind Personen mit Wohnsitz in Deutschland.
Mindestalter ist 14 Jahre. Im Gewinnfall benötigen wir bei Minderjährigen die Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten zur Übermittlung der Versandadresse.
Die Teilnahme erfolgt ausschließlich über den Kommentar auf dem Blog und nicht über Mail, keine Mehrfachteilnahmen.
Der Gewinner erhält von uns eine Mail, in der wir den Gewinn mitteilen. Nach 3 Tagen ohne Antwort losen wir erneut aus.

Rechtsweg ausgeschlossen, keine Gewähr, keine Barauszahlung des Gewinnes.

Datenschutzhinweise:
Der Name und die E-Mail-Adresse wird ausschließlich für das Gewinnspiel und die Gewinnbenachrichtigung verwendet. Im Falle des Gewinnes erfragen wir die Postadresse des Gewinners. Die Daten werden ausschließlich zum Versand des Gewinnes genutzt.

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34 Comments

  1. Katrin Faulhammer says:

    Als ich gesehen habe, dass ” Die Frau des Nobelpreisträgers” auf einen Roman von Meg Wolitzer beruht, ist mir gleich eingefallen,dass ich dieses Buch auch schon immer lesen wollte und dies wurde schnell umgesetzt.

  2. Michaela says:

    Hallo, cooles Gewinnspiel, da mag ich in den Lostopf….. Also ich habe J.R.R. Tolkiens Herr der Ringe nachdem Besuch der Verfilmung des ersten Teils geradezu verschlungen und beim Kauf der Bücher ( ich hatte vorher nie was von ihm gehört ) darauf geachtet eine alter Übersetzung zu erwischen. Liebe Grüße Michaela

  3. Mia says:

    Was für ein schönes Gewinnspiel!
    Ich glaube, bei mir war das tatsächlich ‚The Great Gatsby‘. Zuvor hat es einfach nicht richtig funktionieren wollen mit dem Buch und mir, obwohl ich die Roaring Twenties schon damals faszinierend fand. Aber erst der Film hat mich dazu bewegt, ihm noch eine Chance zu geben und ich bin so froh, denn heute gehören dieser und andere Romane bzw. Kurzgeschichten Fitzgeralds zu meinen liebsten.

  4. Hannah says:

    Hello, ich habe, nachdem ich die Verfilmung zu “Alles was wir geben mussten” zufällig herausgefunden, dass der Film auf einem Roman basiert, der schon einige Jahre alt ist. Generell ergibt es sich doch oft, dass man Filme schaut und irgendwo steht ‘based on a novel by…’, finde ich aber immer wieder spannend. Ich möchte sonst immer lieber die Bücher zuerst lesen.

  5. Carmen says:

    Normalerweise lese ich immer zuerst das Buch, bevor ich mir die Verfilmung anschaue – was oft ziemlich katastrophal endet und sehr selten meine Erwartungen erfüllt. Doch vom Film “High Fidelity” war ich so begeistert, dass ich im Nachgang sofort alle auf englisch und deutsch erschienenen Bücher von Nick Hornby verschlungen habe. Es war mir ein (Lese-)Fest!

  6. Ilka says:

    Ich habe glaube ich noch nie einen Film geschaut, bevor ich das Buch nicht beendet hatte. Allerdings wusste ich bis vor kurzem gar nicht, dass “Die Frau des Nobelpreisträgers” auf dem Roman von Meg Wolitzer basiert :)
    Ich würde mich sehr über den Gewinn freuen!

  7. Lars says:

    Der Film “Verblendung”, danach habe ich die Millenium Trilogie von die Stieg Larsson gelesen.

    LG

  8. Johannes says:

    diese Woche: Can u ever forgive me

  9. Nele says:

    Recht aktuell habe ich einen Trailer zu “The Hate U Give” gesehen und daraufhin das Buch verschlungen. Und das ist richtig, richtig gut!
    Liebe Grüße
    Nele

  10. Alex says:

    Der Herr der Ringe

  11. Claudia says:

    Bei Game of Thrones (zählt das? ist ja ne Serie) bin ich durch die Serie auf die Bücher aufmerksam geworden

  12. Ariana says:

    The Hate U Give, I only heard about the book after the movie.

  13. Schmauderer says:

    Noch nie und ich muss gestehen so rum würde ich es auch nicht machen. Buch lesen und dann den Film schauen ist super, aber Film schauen und dann das Buch lesen war bei mir nie gut hat mich immer nur in irgendeiner Form enttäuscht

  14. Nicole says:

    ganz aktuell : der neue Film von Fatih Akin nach dem Roman von Heinz Strunk “Der goldene Handschuh”

  15. Marcel Wegner says:

    Ich habe zuerst die Herr der Ringe Filme gesehen und mir danach die Bücher zugelegt und gelesen !

  16. Michel says:

    Also das ist schon länger her, meist macht mich ein Buch auf einen FIlm aufmerksam umgekehrt war das letzte mal vor gut 20 Jahren bei einem FIlmm von “Godzilla”.

  17. Norbert Wild says:

    Ich habe “Verblendung” gesehen und dachte jetzt muss ich das Buch lesen, dieses fand ich viel besser als den Film

  18. Kai says:

    Jetzt wird es peinlich: ich kam von den Harry Potter Filmen auf die Bücher… andersrum ist irgendwie schon schöner

  19. Andrea Braun says:

    Der Wallander-Krimi “Die falsche Fährte” von 2001. Danach wurde ich Fan von Henning Mankell und von nordischen Krimis im Allgemeinen.

  20. Frank says:

    Bei mir war es in jungen Jahren Harry Potter.

  21. Chris says:

    Bei mir war es die Serie Game of Thrones. Bin jetzt beim 10. Teil der Buchserie…

  22. Isabel says:

    Die letzte Literaturverfilmung, die ich im Kino gesehen habe, war The wife, basierend auf dem Roman von Meg Wolitzer. Der Film hat mich ganz okay unterhalten, mehr aber auch nicht. Nun steht aber trotzdem der Roman ganz neu auf meiner Leseliste. Möchte selbstverständlich wissen, ob in der buchigen Vorlage mehr für mich steckt.

  23. Dirk says:

    In meinem Fall war das “Kindeswohl” von Ian McEwan. Obwohl ich schon einige Bücher von ihm gelesen hatte, kannte ich diesen Roman noch nicht. Nachdem ich vom Film aber hin und weg war, habe auch noch das Buch gelesen, das dem Film in nichts nachstand. Kann also Buch und Film nur wärmstens empfehlen.

  24. Marga says:

    Nachdem ich “Jurassic World: Das gefallene Königreich”
    gesehen habe, habe ich die ersten beiden “Jurassic Park” Bücher
    von Michael Crichton gelesen.
    Und fand sie toll.

  25. Silvia says:

    der Film die Frau des Botschafters basiert auf Die Ehefrau von Meg Wolitzer. Das Buch muss ich unbedingt lesen!
    Viele liebe Grüße
    Silvia

  26. Sandy says:

    Ich habe zwar das Buch noch nicht gelesen, aber ich bin durch den Filmtrailer von “Boy erased” (dt.: “Der verlorene Sohn”) von Garrard Conley überhaupt erstmal darauf aufmerksam geworden, dass es eine Buchvorlage gibt.
    Den Film werde ich in Kürze sehen und werde mir hoffentlich das Buch bald näher anschauen.

  27. Richter Rudolf says:

    Hallo, das war der Film “Verblendung”, dann habe ich die Millenium Trilogie verschlungen.

  28. Falko says:

    Zuletzt wurde ich durch das von Joel Edgerton inszenierte Filmdrama “Der verlorene Sohn” auf die unter dem Titel “Boy Erased” publizierten Memoiren von Garrard Conley aufmerksam.

  29. Vanessa says:

    Ich würde sagen Der Herr der Ringe :-)

  30. Hichem Maafi says:

    Das Parfüm, und das Buch ist echt super geschrieben

  31. Eva says:

    Ich habe zuerst den Film Die Insel der besonderen Kinder gesehen und mich dann noch mehr auf die Reihe gefreut. :)

  32. Victoria says:

    Der Herr der Ringe <3

  33. Juudy says:

    Woooow voll der coole Gewinn!!! :)
    Ich habe zuerst den Film Stolz und Vorurteil gesehen und danach das Buch verschlungen… – war sehr spannend zu sehen inwiefern sich die Beiden unterscheiden bzw. wie Handlungsstränge umgesetzt/abgeändert wurden.

  34. Matti says:

    Ich habe diese Erfahrung mit “Forrest Gump” gemacht, dabei habe ich festgestellt dass beide Werke der absolute Hammer sind!!! Film als auch Buch… ;)
    Jetzt bin ich sehr neugierig wie sich Beale Street liest und wie der Film gestaltet wurde! ^^

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