Iss das jetzt, wenn du mich liebst

Iss das jetzt, wenn du mich liebst

Kinga will ihren Freund Mahmut heiraten. Ungünstigerweise weiß ihre Familie nicht einmal von seiner Existenz oder ihrer mehrjährigen Beziehung. Denn Kinga kommt aus einer polnischen Einwandererfamilie und sieht in einem jungen Moslem wie Mahmut alles andere als geeignetes Heiratsmaterial.

Als sie sich endlich durchringt und ihrer Familie von ihren Heiratsplänen erzählt, wird der unverhoffte Schwiegersohn in spe direkt zum Kennenlernen zu einer Familienhochzeit nach Polen eingeladen. Ein rasanter Trip voller Cultureclash hoch Drei erwartet die beiden Verliebten und die Leser*innen eines der lustigsten und besten Romane des Jahres.

Bianca Nawrath schafft es, mit großer Leichtigkeit und sehr viel pointiertem Humor über schrullige Familienbande, Einwanderung und Traditionsbewusstsein zu schreiben. Sie erzählt von Vorurteilen, seltsamen Familiengerichten und einer modernen Beziehung, die gleichzeitig Heimat und Herkunft irgendwo zwischen der Türkei, Polen und dem urbanen Hipster-Berlin verhandeln muss.

Die Ich-Erzählerin Kinga hat einen so herrlich ehrlichen Blick auf sich selbst und ihre Familie, dass man nur so durch die Seiten fliegt und ihre skurrile Verwandtschaft sofort ins Herz schließt. Doch auch Mahmut mit seiner Engelsgeduld und seinem Willen, einen guten Eindruck auf die Familie seiner Freundin zu machen, ist bewundernswert – doch selbst er kommt bei dieser Familie an seine Grenzen.

Dieser Roman nimmt einen mit auf ein temporeiches Wochenende in der polnischen Provinz, mit viel Alkohol und Schweinefleisch. Jede Beobachtung ist zynisch und pointiert, man grinst und findet sich doch ständig selbst wieder – auch ohne polnische Großfamilie.
Ich hoffe sehr, dass noch weitere Romane folgen werden, denn Bianca Nawrath hat einen Schreibstil, den ich noch 1000 Seiten lesen mag.

Eure Mareike


Bianca Nawrath – Iss das jetzt, wenn du mich liebst
Verlag: Ecco
Gebunden, 288 Seiten