Elma. ein Bärenleben

Elma. ein Bärenleben

Ich habe mein Herz verloren. An Elma und ihren Papa Bär. Elma, das wilde kleine Waldmädchen, das von einem Bären gefunden und großgezogen wurde und heute das wohl frechste und mutigste Mädchen weit und breit ist. Sie ist ein besonderes Mädchen, das noch gar nicht ahnt, was in ihm steckt. Doch Papa Bär weiß es und deshalb bricht er mit ihr an diesem Tag zu einer langen Reise auf. Denn er weiß, was sie bald erwartet, aber auch, dass es dann Zeit wird Abschied zu nehmen.

Eine bittersüße Reise mit einer dauerquasselnden Elma und einem melancholischem Brummbären beginnt. Sie geraten in tosende Gewässer, müssen gefährliche alte Hängebrücken überqueren und Gewitterstürmen trotzen. Dabei erfahren wir immer mehr über ihre Beziehung, ihre innige Liebe und ihren liebevollen Umgang miteinander. Es ist so rührend und lustig zugleich. Die Autorinnen Ingrid Chabert und Lea Mazé schaffen es, stets kurz vor dem Kitsch eine scharfe Kehrtwende zu machen und in einem Lacher zu enden.

Doch durchzieht diese Geschichte insgesamt eine mystische Vorahnung, eine zarte Traurigkeit und die Gewissheit, dass etwas enden wird. Wäre diese Geschichte ein Tag, dann wäre es einer der letzten warmen Tage im Oktober. Die Blätter sind schon verfärbt und die Abende sind schon kalt, doch man hat noch einmal die Erinnerung an den Sommer. So ist diese Graphic Novel: voller Wärme, liebevoller Figuren, Witz und dem traurigen Gefühl von letzten Malen.

Die Bilder wechseln zwischen unglaublich schön und überzeichneter Comicmimik der beiden Figuren. In zarten und zurückhaltenden Farben mit viel Gold und Blau wird die herbstliche Stimmung auch in den Bildern immer präsenter.

Bei uns hatte zuerst das Goldkind “Elma. Ein Bärenleben” gelesen und sie schlug es zu, seufzte und sagte: “Du musst das sofort lesen!!!”. Denn auch sie hatte ihr Herz augenblicklich an diese magische Geschichte mit überraschender Wende verloren. Ich will nicht zu viel verraten, aber Elma erlebt das Abenteuer ihres Lebens und man ist nach dem Lesen sehr, sehr glücklich, sie auf dieser Reise begleitet zu haben.

Eure Mareike


Ingrid Chabbert und Léa Mazé – Elma. Ein Bärenleben
Übersetzung: Anne Bergen
Splitter Verlag/Toonfish
Gebunden, 88 Seiten