Die Frau im Nebel – Eine Exit Graphic Novel

Die Frau im Nebel – Eine Exit Graphic Novel

Eine Leidenschaft, die es wohl ohne die Pandemie und die viele Zeit Zuhause wohl nicht in der Form gegeben hätte, ist unsere für Exit- und Escape-Spiele. Ich liebe zwar schon seit meiner Kindheit Rätsel- und Detektivgeschichten, habe schon früh Bücher geliebt, in denen man selbst den Handlungsverlauf bestimmen kann (Blättere auf Seite 34, wenn du dich nach links in den Wald wagst…), doch als die ersten Escape-Rooms und -Spiele auf den Markt kamen, war ich nicht recht interessiert.

Durch die Pandemie suchte ich aber irgendwann nach Beschäftigungen für uns als Familie, die ein klares Ziel und in sich abgeschlossen sind. Denn ganz ehrlich: Ein 1000-Teile Puzzle, das man über Tage puzzelt oder Spiele, die man immer und immer wieder spielt – das alles fühlte sich so sehr nach „Und täglich grüßt das Murmeltier“ an. Dann haben wir unser erstes Exit-Game versucht und uns für gut eine Stunde in einer anderen Welt gewähnt. Wir haben kooperativ arbeiten können und jedes Familienmitglied konnte seinen eigenen Blick und Fähigkeiten einbringen. Perfekt für uns!

Als ich dann angefragt wurde, ob ich die erste Graphic Novel von EXIT vorstellen wollte, war ich schier begeistert! Ich fühlte mich an meine Kindheitsbücher erinnert und wollte es unbedingt ausprobieren. Doch was soll ich euch sagen? Diese erste Graphic Novel mit dem klassischen Titel „Die Frau im Nebel“ hat es echt in sich! Wir haben einige Tage gebraucht, um sie durchzulesen und -zurätseln.

In 10 Rätseln begleitet man die jugendlichen Abenteurer Eli, Tina und Jannik durch ein unheimliches Herrenhaus, in dem es zu spuken scheint und in das ein wahnsinniger Hausherr vor über 100 Jahren tödliche Rätselfallen einbaute. So klassisch das Setting ist (und ich liebe Gothic Novel Charme!), so kniffelig und kreativ sind die Rätsel teilweise. An manchen Stellen muss man ziemlich um die Ecke denken – oder zur Schere greifen und ganze Seiten zerschneiden. Manchmal muss man sogar ins Internet, um die richtigen Hinweise zu finden. Crossmedial und atmosphärisch – das hat mich wirklich überrascht!
Als Buchliebhaber*innen, die keine Leserillen in ihren Büchern mögen, warne ich euch lieber vor: Mit dieser Graphic Novel darf man nicht zimperlich umgehen, wenn man den Weg aus der verlassenen Villa finden will.

Ich kann „Die Frau im Nebel“ jedem empfehlen, der oder die schon ein wenig Rätselerfahrung hat und mit genug Geduld an die Aufgaben herangeht. Wir hatten vorab die Erwartung, dass wir die Geschichte innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens schaffen und haben uns so selbst unnötig Druck gemacht. Ansonsten hatten wir viel Spaß und warten nun auf weitere EXIT – Graphic Novels.

Inka und Markus Brand, Hanna Wenzel und Jens Baumeister – Die Frau im Nebel
(EXIT. Das Buch)
Verlag: Kosmos
Gebunden, 124 Seiten