David Garnett – Mann im Zoo

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Der Zoo ist ein Ort des Betrachtens und Repräsentierens. Die Tiere in ihren Käfigen stehen nicht nur für sich selbst, sondern für ihre gesamte Rasse. Sie sind mehr als sie selbst und doch sind sie nur willenlose Gefangene, die zwischen den Gitterstäben entlang streifen.
Die zoologische Gesellschaft von London liebt all seine Repräsentanten, die sie aus allen Ecken des in voller Blüte stehenden Empire zusammensucht. Jedes Tier steht für die Macht, die der Menschen, hier im Besonderen der Briten. 

Nachttischhüter – Diese Bücher blieben lange ungelesen

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Die Bücher, die wir euch heute vorstellen, lagen eindeutig zu lange neben den Leseplätzen. Immer wieder kamen Bücher dazwischen, die man ganz dringend zuerst lesen musste. Manchmal passten die Bücher auch nicht zur momentanen Lesestimmung. Oder aber man hatte so viel Stress, dass einem absolut nicht der Sinn nach einem 500-Seiten-Wälzer war.
Also rutschten sie ganz langsam nach hinten, diese unglücklichen Bücher. Doch in Vorbereitung auf die Kehrwoche haben wir in den letzten Wochen versucht, diese Bücher ganz bewusst nicht mehr zu übersehen. Hier sind die Titel, die wir jetzt endlich gelesen haben oder es in den kommenden Tagen dringend vorhaben.

Richard Yates – Eine letzte Liebschaft

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Die Romane von Richard Yates habe ich euch bereits teilweise vorgestellt. So zählt “Zeiten des Aufruhrs” nicht erst seit der Verfilmung mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet zu meinen Lieblingsbüchern und “Cold Spring Harbour” habe ich erst Anfang des Jahres gelesen und besprochen. Nach diesem eher nüchternen Leseerlebnis war ich nun sehr gespannt auf die Kurzgeschichten von Richard Yates.

Louise De Vilmorin – Der Brief im Taxi

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Bei einigen Werken ist es aufschlussreich und spannend, sich näher mit dem Schriftsteller und/oder dem Entstehungsprozess des Buchs zu beschäftigen. In dem Fall von Louise De Vilmorin lohnt sich definitiv ein näherer Blick auf ihr bewegtes Leben (besonders in den 20ern bis hin in die 50er Jahre).
Die ehemalige Verlobte von Antoine de Saint-Exupéry (sie löste die Verlobung nach seinem Fliegerunfall) war sie zweimal verheiratet (amerikanischer Immobilienmagnat und österreichischer Playboy) und hatte zahlreiche Affären. Außerdem war sie eine glamouröse Gastgeberin, bei der sich die Künstlerszene Frankreichs regelmäßig versammelte. Kein Wunder also, dass ihre Gesellschaftsromane international erfolgreich waren – schließlich wusste hier eine, worüber sie schreibt. 

Jeanette Winterson – Der weite Raum der Zeit

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Heute stelle ich euch im Rahmen unseres Shakespeare-Projektes Jeanette Wintersons “Der weite Raum der Zeit” vor. Die britische Autorin hat sich dem Stoff des “Wintermärchens” angenommen und ihn in einer modernen Form völlig neu interpretiert. Unter Kritikern ist das Stück als eines der “Problem-Dramen” bekannt, da es trotz aller Krisen und psychologischer Fallstricke ein Happy End hat. Ich fand das jetzt nicht so schlimm, es war mal eine nette Abwechslung ein Stück von Shakespeare zu lesen, bei dem am Ende nicht alle Protagonisten tot sind.

Howard Jakobson – Shylock

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Im Rahmen unseres Shakespeare-Projekts habe ich mich zuerst der Neuinterpretation von “Der Kaufmann von Venedig” gewidmet: Shylock. Der Man Booker-Preisträger Howard Jacobson hat sich dem inzwischen als am kontroversesten angesehenen Stoff Shakespeares gewidmet. Das Stück gilt als ausgesprochen antisemitisch und wird in modernen Adaptionen sehr frei und teilweise entgegen der von Shakespeare intendierten Weise aufgeführt. Umso brisanter, dass sich ein jüdischer Autor diesem Thema nun genähert hat und ihn zum Sprachrohr des aktuellen Jüdisch-Diskurses macht.

Irène Némirovsky – Pariser Symphonie

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Seit ich “Die Familie Hardelot” von Irène Némirovsky gelesen habe, bin ich der Autorin verfallen. Und bei jedem Buch dieser fast vergessenen Frau, das neu aufgelegt wird, freue ich mich wieder. Denn auch wenn ich nie ein perfektes Leseerlebnis erwarte, werde ich doch jedes Mal wieder positiv vom facettenreichen Schreiben Némirovskys überrascht.